Über uns

Straffällige brauchen Hilfe

Menschen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, brauchen Hilfe - besonders, wenn sie zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurden. Sie brauchen Hilfe von der Gesellschaft, in der sie nach Verbüßung ihrer Strafe weiterleben werden.

Häufig sind Strafgefangene durch zerrüttete Familienverhältnisse, Arbeitslosigkeit oder Sucht in Schwierigkeiten geraten und in die Kriminalität abgerutscht. Häufig fehlt in der Haft die Unterstützung durch die Familie oder Freunde. Die Strafe ändert normalerweise nichts an der Sucht, an Schulden, an Beziehungsschwierigkeiten.
Menschen, die zu einer Haftstrafe verurteilt wurden, leiden häufig unter der Isolation. Wenden sich Angehörige ganz ab, sind Angst und Unsicherheit die Folgen. Vorurteile in der Bevölkerung erschweren es Strafgefangenen, Anschluß an andere Menschen zu finden und in die Gesellschaft wieder integriert zu werden. Nach langer Haft müssen Strafgefangene vieles neu lernen, um den Alltag zu bewältigen.

Rechtzeitige Hilfe zahlt sich aus.

Kontakte und Gespräche mit Menschen, die von außen kommen, helfen den Strafgefangenen. Rechtzeitige Hilfe fördert den Neustart in ein selbständiges Leben, rechtzeitige Hilfe kann den Rückfall verhindern, kann Kosten für unsere Gesellschaft sparen.

Die hauptamtliche Straffälligenhilfe hat sich in Jahrzehnten bewährt. Bereits während der Zeit der Gerichtsverhandlung werden Straffällige unterstützt: Zum Beispiel durch juristische Beratung, bei der Tilgung von Schulden oder um Wege aus einer Sucht zu finden.
In der Haft sollen die Gefangenen auf ihr Leben in Freiheit vorbereitet werden. Dazu gehört:

  • die Beratung über die Möglichkeiten einer Berufsausbildung oder Umschulung,
  • psychologische Unterstützung,
  • die Förderung von Familienkontakten.

Kurz vor und nach der Haftentlassung wird Straffälligen geholfen:

  • bei der Wohnungs- und Jobsuche,
  • beim Umgang mir Behörden.

Straffälligenhilfe heißt aber auch:

  • Betreuung der Opfer einer Straftat
  • Betreuung der Angehörigen des Strafgefangenen, denn Kinder und Partner leiden ebenfalls häufig unter den Folgen der Straftat.

Das umfangreiche Betreuungs- und Beratungsangebot der professionellen Fachdienste wird durch ehrenamtliches Engagement ergänzt: Freiwillige Helfer kooperieren mit den hauptamtlichen Helfern. Ehrenamtliche Betreuer bestimmen selbst, welche Aufgaben sie übernehmen möchten.
Fast 1.800 Bürgerinnen und Bürger leisten zur Zeit ehrenamtliche Arbeit in den 36 Justizvollzugsanstalten des Landes Nordrhein-Westfalen.

  • Sie helfen mit, Strafgefangene und Gefangene in Untersuchungshaft auf das Leben in Freiheit vorzubereiten,
  • sie erhöhen die Resozialisierungschancen,
  • sie fördern durch ihr Engagement das Verständnis für die Probleme Straffälliger in unserer Gesellschaft.

Straffälligenhilfe ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Durch Ihr ehrenamtliches Engagement leisten Sie wertvolle Arbeit zum Nutzen aller.
Dieses Ehrenamt ist eine Herausforderung für Ihre sozialen und menschlichen Fähigkeiten.

  • Sie helfen Menschen, die Ihre Hilfe dringend brauchen,
  • Sie sammeln Erfahrungen während Ihrer Ausbildung,
  • Sie sammeln Erfahrungen während einer Berufspause und halten so Kontakt zur Arbeitswelt und zum Wiedereinstieg ins Berufsleben,
  • Sie setzen Ihre Erfahrungen und Ihr Wissen auch nach der Berufstätigkeit sinnvoll ein.

Das Ehrenamt bietet persönliche Chancen:

  • Sie erfahren neue Lebenswelten und Probleme,
  • Sie finden einen Ausgleich zu Ihrer hauptberuflichen Tätigkeit,
  • Sie bauen Ihre Stärken weiter aus,
  • Sie erleben persönliche Befriedigung durch Erfolg und Solidarität,
  • Sie sind und bleiben aktiv.

Jede und jeder kann helfen: Unabhängig von Alter, Nationalität und Berufsausbildung. Auch Sie können helfen - als Betreuer im Strafvollzug, als ehrenamtlicher Bewährungshelfer oder auch als Schöffe oder Schiedsperson. Ihre Neigungen, Kenntnisse und die Ihnen zu Verfügung stehende Zeit bestimmen den Umfang und die Art Ihres Einsatzes. Sie helfen zum Beispiel durch:

  • Regelmäßige Besuche und Gespräche in der Vollzugsanstalt bei jugendlichen, männlichen oder weiblichen Strafgefangenen oder Gefangenen in Untersuchungshaft.
  • Freizeitangebote für einzelne Strafgefangene oder Gruppen wie z.B. Sprachkurse, Hobby- oder Sportgruppen.
  • Betreuung der Angehörigen der Täter
  • Betreuung von Opfern einer Straftat.
  • Betreuung ausländischer Straffälliger, die keine Kontakte nach draußen haben.
  • Beratung jugendlicher Straffälliger in schulischen oder berufsqualifizierenden Fragen.
  • Unterstützung und Stabilisierung suchtkranker Inhaftierter.
  • Unterstützung bei der Arbeits- und Wohnungssuche und im Umgang mit Behörden.
  • Am Ende der Haftzeit Betreuung mit Rat und Tat nach der Haftentlassung, gegebenenfalls auch als ehrenamtlicher Bewährungshelfer.
  • Hilfe bei Ent- oder Umschuldung.
  • Förderung von Verständnis für die Probleme Inhaftierter in der Gesellschaft.

Das Betreuungs- und Beratungsangebot professioneller Fachdienste im Strafvollzug wird durch ehrenamtliches Engagement unterstützt und ergänzt:

... Als ehrenamtliche Helferin oder Helfer sind Sie ein engagierter, glaubwürdiger und unabhängiger Ansprechpartner für den Inhaftierten. Denn Sie bringen freiwillig Zeit, Geduld, Improvisations- und Durchhaltevermögen mit, um sich mit den Problemen des Strafgefangenen auseinanderzusetzen. Oft können Sie sehr flexibel und unbürokratisch auf dessen Probleme reagieren.

... Als freiwilliger, engagierter Bürger bieten Sie den menschlichen Kontakten zum Alltag außerhalb der geschlossenen Welt einer Haftanstalt. Sie bilden die Brücke zwischen der Innenwelt der Haftanstalt und der Welt draußen. Sie fördern durch Ihr Engagement das Verständnis für die Probleme Straffälliger in unserer Gesellschaft.

Menschen, die Ihre persönlichen Lebenserfahrungen in die Arbeit einbringen, die regelmäßig zur Verfügung stehen, die ein offenes Ohr haben und Verständnis zeigen, können den Strafgefangenen Vertrauen und Selbstvertrauen geben. Sie können Lust, Neugier und Kraft für den Neuanfang vermitteln.

LOTSE unterstützt Sie beim Einstieg und während Ihres Engagements in der ehrenamtlichen Straffälligenhilfe.

Das LOTSE-Kontaktbüro
... steht Ihnen bei allen Fragen und Problemen zur Verfügung. Das LOTSE-Kontaktbüro ist Koordinierungs-, Anlauf- und Beratungsstelle und führt alle LOTSE-Maßnahmen durch.

Der LOTSE-Info
... informiert regelmäßig 4-6mal jährlich kostenlos zu allen Themen, die mit der konkreten ehrenamtlichen Arbeit zusammenhängen. Mit dem LOTSE-Infoservice können Sie schriftliche Materialien zum Thema Straffälligenhilfe kostenlos abrufen.

Der LOTSE-Gesprächskreis
... trifft sich in verschiedenen Städten im Abstand von 6-8 Wochen zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch. Dazu gehört auch das Angebot zum Gespräch mit Fachleuten aus der Justiz, dem Strafvollzug und anderen Gruppen und Initiativen, die Straffällige begleiten.

Die LOTSE-Supervisionsgruppe
... hilft denjenigen, die als Helfer oder Helferin manchmal selbst Rat und Unterstützung brauchen. Die Begleitung und Beratung durch Supervisoren ist dann hilfreich. Wir bieten Supervisionsgruppen für ehrenamtlich Tätige auf regionaler Basis an.

Das LOTSE-Forum
... lädt einmal im Jahr, zum Jahresende, alle Ehrenamtlichen nach Köln zum LOTSE-Forum ein. Neben der Diskussion eines Schwerpunktthemas findet hier der Erfahrungs- und Meinungsaustausch engagierter Menschen in der Straffälligenhilfe statt.

Der DBH als Träger des Projektes LOTSE ist historisch aus der Deutschen Bewährungshilfe hervorgegangen, die ab 1951 die Einführung der Bewährungshilfe im Allgemeinen Strafrecht und im Jugendstrafrecht mitgestaltete.
Heute fördert der DBH als zentraler Fachverband alle Bestrebungen, die der Praxis und Reform von Sozialer Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik dienen.
Dazu gehören unter anderem die Arbeitsfelder Kriminologie, Straffälligenhilfe, Gerichtshilfe, Strafvollzug, Bewährungshilfe, Konfliktschlichtung und Täter-Opfer-Ausgleich. Der DBH ist bundesweit aktiv und arbeitet darüber hinaus mit internationalen Partnern zusammen. Die Arbeit des DBH soll vor allem den Umgang von Staat und Gesellschaft mit Straffälligen sowie deren Opfern kontinuierlich verbessern.

Zu den wichtigsten Aufgaben gehören:

  • Veranstaltung von Kongressen, Tagungen und Seminaren (DBH-Bildungswerk)
  • Mitarbeit in der Sozial- und Kriminalpolitik,
  • Herausgabe von Fachzeitschriften, Schriftenreihen und anderen Publikationen, Initiierung, Durchführung und Begleitung von Modellprojekten,
  • Trägerschaft von Beratungs- und Dienstleistungseinrichtungen.

Präsident des DBH ist der an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin wirkende Kriminologe Prof. Dr. Marc Coester. Das Projekt LOTSE ist dem DBH-Bildungswerk angegliedert. Das LOTSE-Kontaktbüro hat seinen Sitz in der DBH-Bundesgeschäftsstelle in Köln.

LOTSE wird gefördert mit Mitteln des Justizministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen.

Das Projekt LOTSE wird allein finanziert durch Zuwendungen des NRW-Justizministeriums und Eigenmittel des Trägers DBH - Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik. Um die landesweit angelegte Projektarbeit von LOTSE zur Förderung insbesondere der ehrenamtlichen Betreuungsarbeit im Strafvollzug aufrecht zu erhalten und nach Möglichkeit noch ausbauen zu können (zum Beispiel durch zusätzliche Seminare, Supervisions- und Informationsangebote), würden wir uns über ergänzende Spendengelder freuen.

IBAN: DE 53 37020500 000 8004200
BIC: BFSWDE33
Bank für Sozialwirtschaft
Kennwort: Projekt LOTSE

Der DBH-Fachverband ist als gemeinnütziger Verein anerkannt und berechtigt Spendenbestätigungen für steuerliche Zwecke auszustellen.

Das Projekt LOTSE wird seit über 20 Jahren vom Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.
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